Fahrgastrechte

Sie haben Ihren Anschluss verpasst oder Ihr Zug hatte Verspätung oder ist gar ausgefallen? Dann nutzen Sie Ihre Rechte als Fahrgast.

Bitte füllen Sie dazu das Fahrgastrechte-Formular online aus und laden einen Scan der Fahrkarte hoch.

Sie waren im GVH unterwegs und hatten mehr als 20 Minuten Verspätung? Dann nutzen Sie die GVH-Pünktlichkeitsgarantie.

Bitte beachten Sie, dass wir vom 12. Dezember 2021 bis 11. Juni 2022 nur die S-Bahn Linien S3, S6 und S7 bedienen. Bei Fragen zu allen anderen Linien wenden Sie sich bitte an die DB Regio.

Ihre Rechte

Mit dem Fahrgastrechtegesetz gelten seit dem 29. Juli 2009 einheitliche Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr in Deutschland. Sie räumen den Reisenden gleiche Rechte bei allen Eisenbahnunternehmen ein und gelten für alle Züge von der S-Bahn über den Regionalzug bis zum ICE, unabhängig davon, von welchem Eisenbahnunternehmen sie betrieben werden. Sie gelten auch für Reiseketten aus Zügen verschiedener Eisenbahnunternehmen, die mit einer Fahrkarte genutzt werden.

Entschädigung für verspätete Ankunft am Zielort

Bitte beachten Sie: Ein Anspruch auf Entschädigung des Fahrpreises besteht nur für den Teil der Fahrkarte, für den keine weitere Erstattung geltend gemacht wurde.

  • Ab 60 Minuten Verspätung erhalten Sie eine Entschädigung von 25 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt, ab 120 Minuten Verspätung 50 Prozent.

  • Bei Rückfahrkarten bildet der halbe Fahrscheinwert die Basis für die Entschädigung.

  • Zeitfahrkarten des Nah- und Fernverkehrs werden pauschal je Verspätung ab 60 Minuten entschädigt:

Zeitfahrkarten des Nahverkehrs: 1,50 € (2. Klasse) / 2,25 € (1. Klasse)
Zeitfahrkarten des Fernverkehrs: 5,00 € (2. Klasse) / 7,50 € (1. Klasse)
BahnCard 100: 10,00 € (2. Klasse) / 15,00 € (1. Klasse)

  • Entschädigungsbeträge von weniger als 4 € werden nicht ausgezahlt. Somit müssen Inhaber von Zeitkarten des Nahverkehrs mindestens zwei (1. Klasse) bzw. drei (2. Klasse) Verspätungen geltend machen und diese gesammelt einreichen. Bei Zeitfahrkarten werden insgesamt maximal 25 Prozent des Zeitkartenwertes entschädigt.

Weiterfahrt mit einem anderen Zug

Bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort seiner Fahrkarte kann der Fahrgast:

  • bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen oder

  • die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann oder

  • einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen. Besitzt der Fahrgast eine Fahrkarte des Nahverkehrs, muss er bei Nutzung eines tariflich „höherwertigen“ Zuges die zusätzlich erforderliche Fahrkarte / den Produktübergang zunächst bezahlen und kann die Kosten anschließend geltend machen. Diese Regelung gilt nicht bei stark ermäßigten Fahrkarten.

Erstattung bei Nichtantritt oder Abbruch der Reise wegen Verspätung, Zugausfall oder Anschlussverlust

Bei einer zu erwartenden Verspätung von mehr als 60 Minuten am Zielort ihrer Fahrkarte können Sie:

  • Von der Reise zurücktreten und sich den Fahrpreis erstatten lassen.

  • Die Reise abbrechen, wenn sie sinnlos geworden ist und sich den Anteil des Fahrpreises für die nicht genutzte Strecke erstatten lassen, ggf. auch den Fahrpreis für die bereits durchfahrene Strecke und nötigenfalls auch den Preis für die Rückfahrt zum Abfahrtsbahnhof.

Nutzung anderer Verkehrsmittel als Ersatz (z.B. Bus oder Taxi)

Bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielort von mindestens 60 Minuten und einer planmäßigen Ankunftszeit zwischen 0 und 5 Uhr, können Sie ein anderes Verkehrsmittel nutzen. Die Kosten werden bis maximal 80 Euro erstattet.

Dies gilt ebenfalls bei Ausfall eines Zuges, sofern es sich dabei um die letzte fahrplanmäßige Verbindung des Tages handelt und der Zielbahnhof ohne die Nutzung eines anderen Verkehrsmittels nicht mehr bis um 24 Uhr erreicht werden kann.

Stellt Ihnen die Eisenbahn die Leistung zur Verfügung, hat diese grundsätzlich Vorrang vor selbst organisierten Alternativen.

Übernachtung

Wird aufgrund eines Zugausfalls oder einer Verspätung eine Übernachtung erforderlich und ist die Fortsetzung der Fahrt am selben Tag nicht zumutbar, werden Ihnen angemessene Übernachtungskosten erstattet. Stellt Ihnen die Eisenbahn eine Übernachtung zur Verfügung, hat dies grundsätzlich Vorrang vor selbst organisierten Alternativen. Die Eisenbahn kann Ihnen alternativ auch eine Weiterbeförderung (z. B. mit Taxi) zu Ihrem eigentlichen Zielort anbieten.

Geltendmachung Ihrer Ansprüche

Damit Sie schnell und einfach Ihre Ansprüche geltend machen können, nutzen Sie bitte das Fahrgastrechte-Formular. Es hilft Ihnen, alle zur Bearbeitung erforderlichen Daten vollständig anzugeben und ermöglicht die zügige Bearbeitung Ihrer Ansprüche. Sie können das Formular online ausfüllen und laden einen Scan der Fahrkarte hoch.

Ausschlussgründe der Erstattung

Keine Erstattung erfolgt, wenn:

  • die/der Reisende vor Kauf des Fahrscheines über die Verspätung informiert war

  • die/der Reisende durch Wahl einer anderen Strecke die Verspätung auf weniger als 60 Minuten reduziert

  • das Eisenbahnverkehrsunternehmen ein alternatives Verkehrsmittel zur Verfügung stellt und die Verspätung weniger als 60 Minuten beträgt

Weitere Informationen rund um Fahrgastrechte erhalten Sie unter www.fahrgastrechte.info